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Mecklenburg Vorpommern, die Hanse und Klaus Störtebeker – MV auf’m Wasser

Durch seine Lage direkt an der Ostsee ist das Bundesland Mecklenburg Vorpommern untrennbar mit der Seefahrerei verbunden. Die jahrhundertealte Tradition hält unzählige spannende, maritime Geschichten bereit, die nicht nur alte Seebären zu begeistern wissen.

Seit jeher findet ein Teil des Lebens in den Küstenregionen auf dem Wasser statt. Und das sowohl auf dem Meer als auch in den Binnengewässern der Region. Die maritime Industrie, der Fischfang und natürlich der Tourismus sind heute die größten Wirtschaftszweige der Region Mecklenburg Vorpommern. Für den europäischen Schiffsbau hat die Werft in Warnemünde noch immer eine zentrale Rolle inne. Auch die Werften in Stralsund, Wolgast und Wismar sind bis heute aus der internationalen Seefahrt nicht wegzudenken.

Eines der größten Kapitel der Handelsgeschichte Europas spielte sich hier jedoch bereits im Mittelalter ab:

Die Hanse – Handelsmacht und Städtebund

Rund 700 Jahre ist es her, dass die Hanse gegründet wurde; ein Verband von seefahrenden Kaufleuten, welche sich mit ihren Waren, immer auf der Suche nach dem großen Geschäft, auf den Weg um den Globus machten. Auch aus verschiedenen Städten in Mecklenburg Vorpommern, wie Rostock, Greifswald und Wismar brachen die Kaufmannsschiffe auf. Eine große Rolle spielten dabei die Gotländer, ihrerseits Großbauern von einer Insel vor Schweden. Sie fungierten überwiegend als Zwischenhändler, welche Waren aus den skandinavischen Ländern, Russland oder auch Dänemark vertrieben. Im 13. Jahrhundert schlossen sich einige norddeutsche Fürsten mit der Hansestadt Lübeck zusammen und beenden in einem kurzen Krieg die Vormachtstellung Dänemarks in der Ostsee. Von nun an hatten deutsche Kaufleute direkten Zugang zum Ostseehandel und verdrängten die Gotländer schon bald aus dem Geschäft. Im folgenden wurden in Deutschland immer mehr Hansekontore gegründet und vielen Städte profitierten vom blühenden Seehandel.

Ob Wein und Oliven aus Südeuropa, Seide und Gewürze aus Asien oder Felle und Pelze aus Skandinavien und Russland – der Erfolg der Hanse schien nach rund 200 Jahren ihrer Geschichte unaufhaltsam. Ihr Niedergang begann erst im 15. Jahrhundert, als die Konkurrenz seitens der Nachbarstaaten Russland, Dänemark und der Niederlande immer größer wurde. Man verlor das Monopol auf den Fischfang und den Schiffsbau. Es wurden Zölle erhoben und Hansekontore auf Druck des russischen Zaren geschlossen. Zudem wurden die Städtebündnisse mit wirtschaftlich bedeutenden Küstenstädten im Norden durch die Landesfürsten unterbunden. Die zunehmende Komplexität des Handels und die Reformation des gesamten Systems zwangen das Bündnis mit der Zeit in die Knie. Den Todesstoß versetzte ihm wahrscheinlich die Verlagerung der Haupthandelsströme nach Westeuropa, durch die Entdeckung Amerikas. Man sagt, die Hanse zeigte sich zuletzt wenig modern und flexibel – dennoch gab es wohl einige Nutznießer, die den Untergang der Hanse in ihrer Rolle Wirtschaftsmacht und vor allem als Bereicherung des Bürgertums begrüßten.

Ein berühmter Freibeuter – der vielleicht nur erfunden war...

Im 14. Jahrhundert, also zur Blütezeit der Hanse, soll übrigens ein Mann gelebt haben, um den sich noch heute Legenden ranken – der Pirat Klaus Störtebeker gibt Historikern bis heute noch Rätsel auf. Wo genau Störtebeker herkommt, weiß niemand so genau. Einige Quellen berufen sich allerdings auf die Stadt Wismar. Seinen Namen soll er angeblich seiner Trinkfestigkeit verdanken – Störtebeker aus dem Platt ins Hochdeutsche übersetzt, bedeutet nichts anderes als „Stürz’ den Becher“. Ganze vier Liter Bier soll er in einem Zug getrunken haben.

Einen Namen als Kapitän machte sich Störtebeker als Anführer der Likedeeler, einer Gruppe von Freibeutern, die zunächst dem schwedischen König im Krieg gegen Dänemark halfen und die Lebensmittelversorgung im belagerten Schweden aufrecht erhielten. Das machte Störtebeker zum Vitalienbruder. Nach dem Krieg unternahmen die Likedeeler allerdings nur noch Kaperfahrten und

trieben auf hoher See ihr Unwesen. Angeblich wurden Störtebeker und seine Leute nach einer Gefangennahme auf Helgoland in Hamburg hingerichtet. Eine Legende besagt, dass Störtebeker um Gnade für seine Mannschaft bat – nach seiner Enthauptung sollte jeder Mann, an dem er es schaffen würde, kopflos vorbeizulaufen, begnadigt werden. Elf Mann sollen es gewesen sein, bis man dem kopflosen Piraten ein Bein stellte und den Rest der Mannschaft ebenfalls hinrichtete.

Ob es den Piraten nun aber wirklich gab und wie viele der Geschichten letzten Endes wahr sind, wird man wohl niemals je erfahren.

Die Störtebeker-Festspiele

Der sagenumwobene Charakter des Klaus Störtebeker fasziniert die Menschen also bereits seit Jahrhunderten. So ist es nicht verwunderlich, dass der Geschichte des legendären Piraten mittlerweile ein ganzes Festival gewidmet ist. Die Störtebeker-Festspiele finden seit 1993, mit Ausnahme während der Corona-Jahre 2020 und 2021, jedes Jahr auf der Insel Rügen statt. Von Juni bis September können Besucher vor der atemberaubenden Kulisse der Naturbühne Ralswiek die Abenteuer des Piraten hautnah miterleben. Das mittlerweile erfolgreichste Open-Air-Theater des Landes zieht seine Gäste mit knapp 200 Mitwirkenden, über 30 Pferden und vier Schiffen in seinen Bann und liefert eine atemberaubende Show mit Stunteinlagen, fesselnder musikalischer Untermalung und weltklasse Theaterspiel. Dies alles wird durch ein traumhaftes Feuerwerk nach jeder Aufführung gekrönt.

Nicht nur für Piratenfans sind die Störtebeker-Festspiele also ein einmalige Erlebnis. Gut zu Wissen: Die Karten für das Event sind meist schon Monate im Voraus vergriffen – sollten Sie also Ihren nächsten Urlaub auf Rügen planen und sich nach einem Ferienhaus in Mecklenburg umsehen, dann vergessen Sie auf keinen Fall, auch Karten für die Festspiele zu reservieren!

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