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Rostock und Schwerin – Hassliebe, Fehde und Zusammenhalt

Fragt man Einheimische oder Besucher, welche der beiden Städte denn nun sehenswerter ist, wird man wohl nie eine eindeutige Antwort erhalten. Geht es um die Frage: „Rostock oder Schwerin?“, scheiden sich wahrlich die Geister.

Wenn man einmal im Norden unterwegs war, kennt man vermutlich beide Städte und hat seinen persönlichen Favoriten längst gewählt.

Die Landeshauptstadt Schwerin, kulturelle Hochburg mit ihrem beeindruckenden historischen Innenstadtensemble inklusive Märchenschloss, vermag es, ihre Gäste immer wieder in ihren Bann zu ziehen. Malerisch gelegen am Schweriner See, dem viertgrößten des Landes, bietet die Stadt eine hohe Lebensqualität und abwechslungsreiche touristische Aufenthalte. Rostock hingegen besticht durch seinen weltoffenen und lebendigen Charakter. Der alten Universitäts- und Hafenstadt kann man ihre bewegte Geschichte noch immer anmerken, allerdings ist man hier zweifelsohne in der Moderne angekommen. Mit Warnemünde gehört zur größten Stadt in Mecklenburg Vorpommern auch ein eigenes, traumhaftes Ostseebad mit unverwechselbarem maritimen Charme.

Kampf um den Titel der Hauptstadt

Das Tauziehen der Städte um das Privileg, Hauptstadt Mecklenburg Vorpommerns zu werden, fand im Jahr 1990 statt. Kurz nach der Wende strebte Rostock zunächst danach, eine freie Hansestadt zu werden und nicht zum Bundesland Meck Pomm zu gehören. Es waren schließlich Vertreter der Stadt Bremen, welche die Rostocker Stadtvätern von den Nachteilen kleinstaatlicher Lösungen überzeugten. Als Schwerin fast schon als Landeshauptstadt feststand, gab es somit doch noch eine überraschende Bewerbung von Rostock.

Im Mai 1990 versammelte sich der Regionalausschuss „Verwaltungsreform“, um über die Problematik der Hauptstadt zu debattieren. Die Stadt Rostock plädierte für einen Volksentscheid, woraufhin die Vertreter der Stadt Schwerin unter lauten Protesten den Saal verließen. Die Tatsache, dass Rostock zum damaligen Zeitpunkt fast doppelt so viele Einwohner zählte wie Schwerin, hätte Schwerin in solch einer Abstimmung keine Chance gelassen. Man vertagte die Entscheidung und übertrug das Votum schließlich auf die Abgeordneten, Einen einflussreichen Unterstützer fand die Stadt Schwerin in Georg Diederich, seines Zeichens Regierungsbeauftragter des Bezirks Schwerin und Mitglied der CDU. Er gab die Broschüre „Argumente zur Wahl der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern" heraus, in der er eifrig für Schwerin und seine historische Bedeutung als Herrschafts- und Residenzsitz warb.

Ihm war stets bewusst, dass Rostock aufgrund seiner Größe und wirtschaftlichen Bedeutung einen deutlichen Vorteil hatte, doch genau dies wurde eines der Hauptargumente für Schwerin als Hauptstadt. Denn Rostock hätte ohne Zweifel auch so eine gute Perspektive. Letzten Endes ließen sich die meisten der Abgeordneten dann ebenfalls von Schwerin überzeugen – wohl nicht zuletzt wegen der Aussicht auf einen der repräsentativsten Arbeitsplätze des Landes. Das Votum brachte schließlich 40 Stimmen für Schwerin und 26 für Rostock.

Die Blumenfrau

Vielleicht nicht ganz unbeteiligt an der Entscheidung war die Blumenbinderin und spätere Ehrenbürgerin der Stadt, Bertha Klingberg. Die gebürtige Hamburgerin verschlug es zunächst nach Rostock; nach dem Tod ihres Mannes im Ersten Weltkrieg aber kam sie nach Schwerin. Dort arbeitete sie, stets in traditioneller Rehnaer Tracht gekleidet, auf dem Schlachtermarkt und war bei vielen Schwerinern nur als die „Blumenfrau“ bekannt. Im Alter von 91 Jahren, als es um die Wahl der Hauptstadt in Mecklenburg Vorpommern ging, sammelte sie auf eigene Faust rund 17.000 Unterschriften für die Ernennung Schwerins. Ihr zu Ehren wurde im Jahr 2010 eine Skulptur am Burgseeufer des Schweriner Sees aufgestellt.

Zusammenarbeit statt Konkurrenz

Mittlerweile versucht man in beiden Städten, auf vielen Ebenen zu kooperieren. So beispielsweise im Gesundheitswesen, wo es jüngst Zusammenschlüsse verschiedener Kliniken gab, um eine effizientere Versorgung von Patienten im Nordosten des Landes zu gewährleisten.

Aber auch im Sport und in kulturellen Bereichen rücken beide Städte näher zusammen. Ein beeindruckendes Projekt entstand beispielsweise im Jahr 2018. In Kooperation mit dem freien Theaterkollektiv AKA:NYX aus Weimar erschufen das Mecklenburgische Staatstheater Schwerin und das Staatstheater Rostock mit „Das Land dazwischen“, eine Inszenierung, welche von Land und Leuten erzählt; nicht nur von Rostockern und Schwerinern, sondern auch von allen dazwischen, die manchmal meinen, zwischen den Ballungsräumen unterzugehen. Ein dokumentarisches Theater, das Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede, Sorgen, Ängste und Erfahrungen verschiedener Einwohner Mecklenburgs zum Ausdruck bringen wollte und dies auf einzigartige Weise geschafft hat.

Wenn es Sie in den Urlaub also nach Mecklenburg Vorpommern zieht und Sie sich nicht entscheiden können, dann tun Sie es nicht! Entdecken Sie beide Städte, genießen Sie den völlig unterschiedliche Charakter der beiden Perlen des Nordens und bilden Sie sich selbst eine Meinung! Und wenn Ihnen der Trubel der Großstadt mal zu viel wird – keine Sorge! Es gibt genügend verschlafene Örtchen zwischen Schwerin und Rostock, wo Sie ganz Abseits von allem einfach nur die Seele baumeln lassen können. Unser Tipp: Buchen Sie ein Ferienhaus in Mecklenburg auf dem Land zwischen den Städten! Genießen Sie die Ruhe an einem der zahlreichen Seen oder an wenig überlaufenen, naturbelassenen Ostseestränden und tauchen Sie jederzeit ins Großstadtleben, wann Sie wollen! Denn eines macht Mecklenburg Vorpommern so einzigartig: Der Kontrast zwischen lebendigem Getümmel und idyllischer Einsamkeit.

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