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Kranich, Gans und Nandu – die Vogelwelt Mecklenburg Vorpommerns

Oktober. In Mecklenburg Vorpommern schnattert es wieder: Jeden Herbst rasten auf den hiesigen Feldern und Wiesen tausende Wildgänse auf dem Weg in ihre Winterquartiere in Südeuropa.

Manche von ihnen, wie die Saatgans, überwintern allerdings auch hier, weshalb das quirlige Treiben vom Herbst bis zum Frühjahr zum Landschaftsbild gehört. Mit dabei sind auch einige selten gewordene Exemplare, wie die Waldsaatgans. Rund dreiviertel der aus Sibirien stammenden Wildgänse überwintern in den Gebieten Nordbrandenburg, Nordwestpolen und Mecklenburg Vorpommern. Leider bringt dies aber auch seine Schattenseiten mit sich – da die bedrohten Waldsaatgänse genau wie die ebenfalls stark gefährdeten Zwerggänse zuweilen nur schwer von ihren Artgenossen wie der Graugans zu unterscheiden sind, fallen sie immer wieder Jägern zum Opfer. Noch darf die Saatgans in Mecklenburg Vorpommern zudem legal bejagt werden, obwohl sich ihr Bestand seit 1980 um 83 Prozent verringert hat. In Brandenburg gilt deshalb bereits eine ganzjährige Schonzeit für Saatgänse, was Tierschützer und Vogelkundler zum Anlass nehmen, sich auch in Mecklenburg für den Schutz der Saatgans einzusetzen. Für Vogelfreunde und Naturliebhaber bieten die riesigen Schwärme der „Nomaden der Lüfte“ jedenfalls ein einzigartiges Schauspiel.

Ausbruch mit Folgen – der Nandu

Im Jahr 2000 fand südlich der Hansestadt Lübeck in Schleswig Holstein ein verhängnisvoller Ausbruch statt. Dabei handelte es sich allerdings nicht um Kriminelle, sondern um eine Schar südamerikanischer Laufvögel. Eine Gruppe Nandus legte einige Kilometer Fußmarsch zurück, bevor sie beschloss, sich im Schaalsee-Elbe-Gebiet niederzulassen. Mittlerweile sind die großen, flugunfähigen Vögel hier heimisch geworden und laufen einem nicht selten beim Sonntagsspaziergang über den Weg. Allerdings nimmt so mancher Landwirt die eigentlich durch das Washingtoner Artenabkommen geschützten Zeitgenossen nur zähneknirschend in Kauf. Auf den Raps- und Getreidefeldern kam es während der letzten Jahre laut ansässigen Agrarwirten zu massiven Schäden durch die Einwanderer, weshalb der Nandu seit 2019 bejagt werden darf. So soll der Population Einhalt geboten werden. Von ehemals rund 600 Tieren sind mittlerweile nur noch 130 (Stand 2022) geblieben.

Angst haben muss man übrigens nicht, sollte einem eines der Tiere begegnen: Mit den Jahren sind die ursprünglich ohnehin domestizierten und freundlichen Tiere immer scheuer geworden, was wohl nicht zuletzt an dem rauer gewordenen Umgangston seitens des Menschen liegen dürfte.

Video: Mecklenburg-Vorpommerns Nationalparks

Faszination Kranich

Als absoluter Klassiker der Vogelwelt in Mecklenburg Vorpommern gilt der Kranich. Die lauten Trompeter sind sowohl im Frühjahr als auch im Herbst zu Gast in Norddeutschland. Der Nationalpark Vorpommernsche Boddenlandschaft ist dabei wohl der populärste Rastplatz – bis zu 70.000 Exemplare bleiben über einige Wochen hier und genießen die perfekten Lebensbedingungen des Naturschutzraumes. Im Nationalpark kann man natürlich keinesfalls nur Kraniche bestaunen. Viele weitere, teils sehr seltene Vogelarten, wie der Rotschenkel, die Uferschnepfe, der Stieglitz oder der Brachvogel sind ebenfalls hier zu Hause.

Mittlerweile ist der Kranich allerdings eines der Symbole des Nationalparks sowie größter Anziehungspunkt für Besucher geworden und lockt jährlich hunderte Gäste an. Das ist nicht verwunderlich: Als Quartier für etwa 5000 Brutpaare spielt Mecklenburg Vorpommern deutschlandweit die größte Rolle was die Beherbergung des eleganten Langschnabels angeht. Mittlerweile konnte der Kranich dank des Einsatzes von Naturschützern und der Einrichtung von Nationalparks wieder von der roten Liste der bedrohten Tierarten gestrichen werden. Wer die beeindruckendsten Bilder erhaschen möchte, sollte übrigens früh aufstehen – die faszinierenden Balztänze der Kraniche kann man ab Februar meist in der Morgendämmerung beobachten.

Auf Raubzug mit Adlern

Einer der atemberaubendsten Vertreter der norddeutschen Vogelwelt ist der Adler, welcher endlich wieder vermehrt seine vornehmen Kreise am Küstenhimmel zieht. In MV sind drei Adlerarten heimisch: Der Fischadler, der Seeadler sowie der Schreiadler. Adler lassen sich am allerbesten in den Sommermonaten beobachten, wenn die Jungtiere das Nest verlassen und von den Elterntieren das Jagen lernen. Während der Fisch- und der Schreiadler Deutschland über den Winter verlassen, ist der Seeadler das gesamte Jahr über hier zu sehen, vor allem in der Müritzregion.

Aber neben den wohl präsentesten Beispielen der Vogelvielfalt des Nordens gibt es natürlich noch unzählige andere gefiederte Vertreter, die entweder in Mecklenburg Vorpommern heimisch sind oder eben Rast machen, auf ihrer beschwerlichen Reise von Nord- nach Südeuropa und zurück. Etwa 200 Arten von Brutvögeln machen es sich hier regelmäßig bequem und sorgen für Nachwuchs. Die vielfältigen Lebensräume der Küstenregionen sowie die Seen- und Moorlandschaften im Landesinneren werden den verschiedensten Ansprüchen gerecht.

In ganz MV gibt es übrigens 61 Vogelschutzgebiete, was das Bundesland zu dem ornithologisch bedeutsamsten macht.

Ein weiterer absoluter Hotspot für Vogelfreunde und -beobachter ist neben dem Nationalpark Vorpommernsche Boddenlandschaft und dem Nationalpark Müritz der Greifswalder Bodden. Auch hier können Sie neben etlichen Wasservögeln mit etwas Glück Seeadler, Wanderfalken und Habichte sehen. Aber auch Darß-Zingst, westlich der Insel Rügen bietet sich für eine Vogeltour hervorragend an. Wenn Sie also das nächste mal einen Urlaub in MV planen, denken Sie demnach nicht nur an Strandurlaub, sondern genießen Sie in jedem Fall auch einen Tag in einem der wunderschönen Nationalparks des Landes. Natürlich können Sie auch Vogelwanderungen und geführte Touren buchen. Dort erfahren Sie alles Wissenswerte rund um die Vogelvielfalt der Region und erhöhen Ihre Chancen, das ein oder andere besonders seltene Exemplar zu entdecken. Ein Ferienhaus in Mecklenburg lohnt sich!

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